Freiheit für Mumia Abu-Jamal - Hilfe für den schwer kranken Gefangenen

Bereits seit 1982 sitzt der ehemalige Journalist und Bürgerrechtler Mumia Abu-Jamal in den USA im Gefängnis. Er wurde in Philadelphia wegen Mordes an einem Polizisten sowie wegen illegalen Schusswaffenbesitzes angeklagt, für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Er befindet sich seitdem in Haft, von 1995 bis Dezember 2011 im Hochsicherheitsgefängnis SCI-Greene bei Waynesburg (Pennsylvania), danach im Gefängnis von Frackville. Mehr zum Hintergrund und zur Person bei Wikipedia.

Aktuell geht es Mumia sehr schlecht, wenngleich er seit einigen Tagen außer Lebensgefahr zu sein scheint. Er leidert an einer Form von Diabetes, über weite Strecken sah es im April 2015 so aus, als ob die Gefängnisbehörde von Pennsylvania die Situation nutzen und Mumia ohne Hinrichtungsbefehl durch unterlassene Hilfeleistung zu Tode foltern wolle.

Bis heute verweigert ihm die Behörde umfassende Untersuchungen und eine vernünftige Therapie. Allerdings geben sie ihm derzeit Glucophage Tabletten gegen den Diabetes Mellitus Typ 2. Mumia kann seine Blutwerte regelmäßig selbst überprüfen und ist seit wenigen Tagen an diesem Punkt scheinbar nicht mehr in Lebensgefahr. Durch die extrem schwierige Kommunikation – Angehörige und Anwält*innen haben so gut wie keinen Zugang – ist das von außen jedoch schwer zu beurteilen.
Zusätzlich leidet Mumia bereits seit mehreren Monaten an einer schweren Hautkrankheit, deren Ursache bis heute nicht ermittelt wurde. Er hat offene Wunden am gesamten Körper. Sein Vertrauensarzt, der von den Behörden nicht zu ihm durchgelassen wird, fordert weitere Untersuchungen, um Hautkrebs als Ursache ausschliessen zu können. Zwar wurde Mumia mitgeteilt, dass eine Gewebeentnahme angedacht sei, aber auch dazu gibt es momentan keine weiteren informationen.

Dazu gab es unzählige Proteste, Demonstrationen und Interventionen in den USA und Europa, um Mumias Recht auf ärztliche Versorgung durchzusetzen und ihm regelmäßigen Zugang zu Anwält*innen und Angehörigen zu gewähren. Phasenweise gingen die Behörden ansatzweise darauf ein, dann isolierten sie den gefangenen Journalisten jedoch wieder komplett.
Kontinuierlicher Druck ist die einzige Möglichkeit, endlich Mumias Forderungen durchzusetzen und sein Leben zu retten. Dazu gibt es verschiedene praktische Schritte, um die wir alle Leser*innen dieses Rundbriefes bitten.

1. Fordert von den Behörden in Pennsylvania externe medizinische Hilfefür den gefangenen Journalisten:

2. Schafft Öffentlichkeit:

3. Schreibt Mumia - zeigt ihm, dass ihr an seiner Seite steht und für sein Leben eintretet:

Mumia Abu-Jamal
#AM 8335
SCI Mahanoy
301 Morea Road
Frackville, PA 17932
USA

Mumia selbst meldete sich zum ersten Mal am 10. April zu Wort, ging aber nicht auf seine eigene Situation ein, sonder kommentierte die brutale Polizeigewalt, die in den USA seit Monaten eskaliert, anhand eines jüngeren Vorfalls: "Of Punks, Predators, & Pigs" (1:37) by MumiaAbu-Jamal http://prisonradio.org/media/audio/mumia/punks-predators-pigs-137-mumia-...

Am 26. April 2015 wendete sich Mumia dann direkt an die Solidaritätsbewegung: http://www.prisonradio.org/media/audio/mumia/4-26-2015-mumias-message-mo...

Und nun eine sehr positive Meldung: Mumia und vier weitere Gefangene hatten im Januar 2015 Klage gegen das Gefangenen Knebelgesetz in Pennsylvania eingereicht. Nach einigen Voranhörungen im Februar wurde die Klage zugelassen und am 30. März mündlich verhandelt. Am gleichen Tag erlitt Mumia in einen Zuckerschock, der ihn zunächst in eine Krankenhausintensivstation brachte (siehe April Rundbrief). Ende April ist dieses Gesetz nun als verfassungswidrig eingestuft worden. In einer ausführlichen Begründung legte Chief Judge Christopher C. Conner vom United States District Court dar, dass dieses Gesetz fundamental in die Grundrechte von Gefangenen eingreift http://freiheit-fuer-mumia.de/index.htm#gefangenenknebelgesetzverfassung...
Der Bundesstaat Pennsylvania kündigte an, Berufungsmöglichkeiten prüfen zu wollen. Wir werden über alle weiteren Entwicklungen berichten.