Gedenken an die Opfer des Brandanschlags in Solingen am 29.05.1993

Am 29.05.1993 starben Gürsün İnce, Hülya Genç, Saime Genç, Hatice Genç und Gülistan Öztürk durch einen rechtsextremen Brandanschlag in Solingen. Heute gedenken wir ihnen sowie den zahlreichen anderen Opfern rechtsextremistischer und rassistischer Gewalt und Deutschland und anderswo.

In der Nacht zum Samstag, den 29.5.1993, erfolgte ein Brandanschlag auf ein zweifamilienhaus in Solingen, das von einer Familie aus der Türkei bewohnt wurde. Mit Benzin entfachten Nazis im Treppenhaus ein Feuer. Zur Tatzeit hielten sich 19 Menschen, fast nur Frauen und Kinder, in dem Haus auf. Sie schliefen alle.

Direkt nach Ausbruch des Feuers erhielt die Feuerwehr innerhalb kürzester Zeit 30 Notrufe. Fast ei-ne halbe Stunde verging, bis die Feuerwehr eintraf. Noch bevor sie ankam, konnte ein 45jähriger Mann aus Jugoslawien eine Frau mit einer Leiter aus dem brennenden Haus retten. Aus dem Ober-und Dachgeschoß des Fachwerkhauses gab es keine Fluchtmöglichkeit mehr über das Treppenhaus. Die Feuerwehr stellte am Anfang nicht genügend Einsatzkräfte, um Sprungtücher bereitzuhalten. Vor den Augen der Feuerwehr sprang deshalb eine 27jährige Frau aus dem lichterloh brennen-den Obergeschoß in den Tod. „In der ersten Stunde war es so, als wenn die mit Wasserpistolen gegen das Flammenmeer gespritzt hätten", berichten Nachbarn. Das Haus brannte völlig aus. Aus der schwelenden Ruine wurden die Leichen einer weiteren Frau und von drei Mädchen geborgen.

Die Todesopfer des Mordanschlags sind Gürsün İnce (27 Jahre), ihre beiden Kinder Hülya Genç (9 Jahre) und Saime Genç (4 Jahre), Hatice Genç (18 Jahre) und die erst vor kurzem aus der Türkei zu Besuch gekommene Gülistan Öztürk (12 Jahre).
Lebensgefährlich verletzt wurden ein 15jähriger Junge, ein 3jähriges Mädchen sowie ein 6 Monate altes Baby.