Heraus zum 1. Mai! Keine Aushöhlung des Mindestlohns!

Der Erste Mai ist der internationale Tag der Arbeiter*innen-Bewegung. Seit mehr als 120 Jahren gehen wir im Gedenken an die im Haymarket-Massaker in Chicago getöteten Arbeiter*innen auf die Straße. Wir fordern bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn, wir demonstrieren gegen Herrschaft und Ausbeutung, wir kämpfen für ein Leben in Freiheit und Gleichheit! Dieser Kampf ist noch lange nicht vorbei. Auch in diesem Jahr werden wir, die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, am 1. Mai gemeinsam mit den Gewerkschaften auf die Straßen gehen.

„Die aktuellen Diskussionen um den Mindestlohn zeigen sehr deutlich, dass Arbeitskraft in unserer kapitalistischen Gesellschaft mit ungleichem Maß bewertet wird.“, stellt Immanuel Benz, Bundesvorsitzender der SJD – Die Falken fest. „Selbst der Mindestlohn von 8,50 € ist ein Niedriglohn. Wird dieser durch Ausnahmen auch noch ausgehöhlt, ist das ein Schlag ins Gesicht für alle, die schon jetzt auf Sozialleistungen angewiesen sind, obwohl sie arbeiten gehen.“

Grundsätzlich begrüßt die SJD – Die Falken die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Allerdings sind die Ausnahmen für Arbeitnehmer*innen unter 18 nicht hinnehmbar! Obwohl Auszubildende bereits heute mit sehr wenig Geld auskommen müssen, entscheiden sich junge Menschen für eine Ausbildung, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.

„Junge Menschen sind keine Arbeiter*innen zweiter Klasse“, betont Josephin Tischner, Bundesvorsitzende der Falken. „Statt mit absurden Begründungen einen Ausschluss junger Menschen vom Mindestlohn zu fordern, müssen wir über ausreichende Ausbildungsplätze, deren Qualität und eine Mindestausbildungsvergütung reden.“

Der DGB Ausbildungsreport 2013 belegt, unter welchen finanziellen Bedingungen heute ausgebildet wird. 650,52 Euro ist die durchschnittliche Ausbildungsvergütung über alle Ausbildungsjahre, Berufe und Geschlecht. 18 Prozent der Auszubildenden müssen sogar mit 250 - 500 € auskommen.

Die prekäre Situation vieler junger Menschen ist besorgniserregend. Unsere Generation hat mit Armut, Unsicherheit und permanenten Zukunftsängsten zu kämpfen. Ihnen zu unterstellen, sie würden lieber für 8,50€ jobben als eine Ausbildung zu machen, entblößt die Arroganz und Ahnungslosigkeit der Regierenden.

Wir fordern:

  • Guter Lohn für gute Arbeit!
  • Flächendeckender Mindestlohn für Alle – ohne Wenn und Aber!
  • Eine Mindestvergütung für Auszubildende!
  • Ein selbstbestimmtes Leben für alle Menschen in Deutschland und weltweit!