Internationaler Frauentag 2013

Im öffentlichen und im privaten Raum, in der Nacht und am Tag fordern wir die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen in dieser Gesellschaft!
Mädchen und Frauen sind in den Parlamenten immer noch unterrepräsentiert, werden schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen, machen den größten Teil der Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten aus, erziehen Kinder weitestgehend allein und sind täglich Opfer von Sexismus und sexualisierter Gewalt.
Deswegen ist es umso wichtiger den Kampf um Gleichberechtigung, um gesellschaftliche sowie private Räume fortzusetzen! Feminismus, Sexismus und Geschlechterhierarchien gehen alle etwas an. Nur wenn wir sie alle gemeinsam bekämpfen, sind Änderungen möglich. Und so heißt es weiterhin "Reclaim the Party!”

Mädchen und Frauen brauchen Solidarität gegen die Kommerzialisierung ihrer Sexualität! Viele Clubs werben ganz offen mit "ladies nights" und Aktionen, bei denen Mädchen und Frauen, wenn sie einen Minirock tragen, keinen Eintritt zahlen müssen. Schon beim ersten Partybesuch lernen viele junge Frauen, dass sie, wenn sie eine sexistische Anmache skandalisieren, als Spielverderberin gelten. Doch das einschlägigste Beispiel für die Reproduktion von Geschlechterrollen und die Reduktion und Normierung der Frau bleibt die kommerzielle Nutzung öffentlicher Flächen: Häuserwände, Busse und Bahnen sind voll von sexualisierter Werbung, in der zum Beispiel schlanke Frauen im Bikini Traumreisen schmackhaft machen sollen. Der weibliche Körper wird zur Dekoration degradiert. Frauen und Mädchen können sich dem normierenden Druck der Werbung auf dem Weg zur Schule, in den Betrieb oder zu anderen Orten des alltäglichen Lebens kaum entziehen. Der öffentliche Raum wird damit zu einem sexualisierten Raum.
Mädchen und Frauen bewegen sich in ihrem alltäglichen Leben durch Angsträume wie U-Bahn-Stationen, dunkle Parks und uneinsichtige Ecken. Zwar können auch Jungs und Männer diese Orte als Angsträume empfinden. Doch von ihnen wird erwartet, dass sie Mut beweisen und diese Wege dennoch gehen.
Mädchen und Frauen bekommen hingegen wohlgemeinte Ratschläge zu hören: "Geh mit niemandem mit!" oder "Geh nicht durch den dunklen Park!" Die Verantwortung, sich in Gefahrensituationen oder an vermeintlich gefährliche Orte zu begeben, liegt also allein bei den Mädchen und Frauen selbst. Doch Mädchen und Frauen sind nicht "selbst schuld", weil sie sich rausgetraut haben! Und erst recht nicht, wenn sie angegriffen werden!

Wir fordern die Nacht & den Tag zurück!