„Stein im Brett“ – Kinder- und Jugendpolitik in NRW auf dem Prüfstand.

Die Falken in NRW stellen im Rahmen der Landtagswahl 2012 ihre Forderungen vor und überprüfen Kandidatinnen und Kandidaten aller demokratischen Parteien auf ihre kinder-, jugend- und bildungspolitischen Positionen sowie ihr persönliches Engagement.

Dazu kommen Kinder und Jugendliche der SJD - Die Falken - mit PolitikerInnen vor Ort ins Gespräch und werben im Rahmen der Kampagne „Bei den Falken einen Stein im Brett“ für ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse.

Allein in Nordrhein-Westfalen ist jedes vierte Kind von Armut betroffen und wächst unter unakzeptablen Lebensbedingungen auf. Dieser Tatsache gilt es entgegenzuwirken und vorzubeugen.

Deshalb fordern wir:

  • Kinder und Jugendliche brauchen Bildung! Dabei ist Bildung mehr als Schule!
  • Kinder und Jugendliche brauchen Rechte – Die UN-Kinderrechtekonvention endlich ernst nehmen!
  • Kinder und Jugendliche brauchen Perspektiven, Sicherheit und langfristige Chancen.
  • Zivilgesellschaft braucht Engagement – Ehrenamtliches Engagement braucht Förderung.
  • Demokratie braucht Vielfalt, Menschenrechte und Solidarität.
  • Stärkung der Kommunen.

Jugend braucht Bildung! Und Bildung ist mehr als Schule!

Wir fordern die Anerkennung und Unterstützung von Bildung außerhalb von formalen Schulstrukturen, wie sie unter anderem im Jugendverband geschieht. Die Eigenständigkeit und Gleichwertigkeit informeller Bildungsprozesse muss weiter ausgebaut werden. Wir fordern eine kostenlose Bildung von der Kita bis zur Uni und das gemeinsame Lernen von der ersten bis zur zehnten Klasse.

Kinder und Jugendlichen brauchen ihre Rechte – UN-Kinderrechtekonvention endlich ernstnehmen!

Wir fordern die Demokratisierung aller Lebensbereiche, sei es Familie, Schule, Kita, Ausbildungsplatz oder Beruf. Demokratie ist mehr als wählen und braucht regelmäßigere Partizipationsmöglichkeiten als die nur alle fünf Jahre stattfindenden Wahlen. Kinder und Jugendliche müssen gemäß ihrer Entwicklung, an allen sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden. Deshalb fordern wir auch die Absenkung des Wahlalters bei Landtagswahlen. Die Kinderrechte gehören endlich ins Grundgesetz und in die Landesverfassung!

Zivilgesellschaft braucht Engagement – Engagement braucht Förderung.

Jugendverbände sind die Werkstätten der Demokratie. Hier erlernen und erleben junge Menschen, was es heißt, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren. Diese wichtige gesellschaftliche Rolle von Jugendverbänden beruht auf Ehrenamt. Dieses Engagement muss geschützt und gefördert werden durch z.B. prüfungsfreie Zeiten an Hochschulen während der Schulferien („Ferienschutz“) und Anerkennung von Engagement im schulischen und beruflichen Alltag. Kinder- und Jugendförderung ist eine gesellschaftliche Pflichtaufgabe. Das Freiwillige Soziale Jahr ist auszubauen und ausreichend zu fördern.

Jugend braucht Perspektiven, Sicherheit und langfristige Chancen.

Wir fordern die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen für alle interessierten Jugendlichen im Rahmen einer Ausbildungsplatzgarantie. Nach Abschluss der Ausbildung müssen junge Menschen in reguläre unbefristete Arbeitsverhältnisse übernommen werden, damit ihr weiterer Lebensweg abgesichert ist. Unternehmen, die keine Ausbildungsplätze anbieten, sollen eine Umlage entrichten. Die Jugendverbandsarbeit muss im Übergangssystem von der Schule in den Beruf mit einbezogen werden. Denn hier engagieren sich die Fachkräfte von morgen.

Demokratie braucht Vielfalt, Menschenrechte und Solidarität

Wir wollen in einer friedlichen, bunten und solidarischen Gesellschaft leben. Wir fordern das Verbot von Organisationen und Strukturen mit menschenverachtenden Programmen. Jeder Mensch hat das Recht auf ein auskömmliches und gutes Leben, wir fordern die Abschaffung von Hartz IV und eine Grundförderung für Kinder in Höhe von wenigstens 500 € im Monat.

Die Kommunen stärken

Das Leben findet draußen statt. Kinder und Jugendliche haben das Recht auf eine funktionierende Infrastruktur, auf einen bezahlbaren und sinnvollen Nahverkehr, auf die Nutzung von Freibädern und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit. Wir fordern eine Unterstützung und Entlastung der Kommunen, damit nicht weiterhin Preise steigen, Öffnungszeiten verkürzt und Kinder- und Jugendeinrichtungen geschlossen werden.