Aus dem Archiv

Aus dem Grußwort des Landesverbandes Thüringen zur Bundeskonferenz der SJD-Die Falken in Erfurt 2017:

Liebe Genoss*innen,

Wir freuen uns sehr, euch zu dieser Bundeskonferenz in Erfurt begrüßen zu können. Seit der letzten Bundeskonferenz in Köln vor 2 Jahren ist viel passiert.

Und wenn wir ehrlich sind, standen wir dabei selten auf der Gewinner*innen Seite. Weltweit setzen sich autoritäre Krisenregime durch, die entweder vermittelt über den Markt oder mit direkter Gewalt gegen Arbeiter*innen, Frauen*, Migrant*innen, Erwerbslose und Minderheiten vorgehen.

Die Utopie einer sozialistischen Gesellschaft scheint mit jedem Tag in weitere Ferne zu rücken und nirgends scheint eine Bewegung sichtbar zu sein, die diesen Zustand aufhebt. Doch unser trotziges "Nein" zu diesen Verhältnissen, hält die Erinnerung wach, dass da auch die Möglichkeit einer ganz anderen Welt ist.

Wir sind wütend und traurig darüber, dass alles anders sein könnte, aber nicht ist. Doch die Erfahrungen die wir in unseren gemeinsamen Kämpfen machen, zeigt, dass es sich lohnt, auf eine andere Welt zu setzen. Dies ist unser Ansporn, sich gegen die täglichen Zumutungen zu wehren.

Der allgemeinen Ohnmacht und Vereinzelung müssen wir neue Formen der Kollektivität entgegensetzen. Wir müssen Solidarität erfahren und erfahrbar machen, uns die Welt gemeinsam erklären und das Unglück überall zurückschlagen. So froh wir in diesen Auseinandersetzungen über jede kleine Verbesserung auch sein müssen und dürfen, dürfen wir nicht vergessen, dass mit dieser Gesellschaft kein gutes Leben zu haben ist. Wir als sozialistische Jugend haben den tiefen Graben zu füllen, der sich zwischen Reform und Revolution auftut. Wir müssen den Sozialismus theoretisch und praktisch mit Leben füllen.

Dafür brauchen wir Mut, Klugheit und vor allem gute Genoss*innen.

Auf das uns diese Bundeskonferenz dabei hilft!

Freundschaft!

Jan Schneider